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Feuerwehrpolitische Konferenz 2008

IV.

Feuerwehrpolitische Konferenz 2008

Die Leistungsfähigkeit in der Feuerwehr mit 55+5 Jahren
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IV. Feuerwehrpolitische Konferenz 2008

Die Leistungsfähigkeit in der Feuerwehr mit 55+5 Jahren war das Thema der vierten feuerwehrpolitischen Konferenz der ver.di Landesfachgruppe Feuerwehr am 25.11.2008 in Stuttgart. Mit 55 Jahren liegt die physische Leistungsfähigkeit eines Feuermannes deutlich unterhalb der Anforderungen im Einsatzdienst. Diese Grenze lässt sich nur mit intensivem regelmäßigem Sport etwas verschieben. Deshalb vertritt ver.di die Auffassung, dass die Dienstaltersgrenze eigentlich bei 55 Jahren und nicht 60 wie derzeit liegen sollte. Die gesetzliche Dienstaltersgrenze liegt also schon jetzt 5 Jahre über der durchschnittlichen Leistungsgrenze. In den meisten westeuropäischen Staaten liegt die Altersgrenze schon lange bei 55 Jahren.

Die Landesregierung plant nun im Zuge einer Dienstrechtsreform weitere 2 Jahre draufzusatteln.

Arbeitsmediziner Dr.med. Jürgen Tempel und Wolfgang Schäuble, Amtsleiter der Berufsfeuerwehr München, haben vor den Teilnehmern der Konferenz schlüssig ausgeführt, dass eine Erhöhung der Altergrenze auf 62 Jahre nicht nur aus arbeitsmedizinischer Sicht problematisch ist, sondern auch zu erheblichen Sicherheitsproblemen im Einsatz führen würde. Entsprechende Schonarbeitsplätze wie bei der Polizei seien im Feuerwehrdienst nicht vorhanden. Anderweitige Verwendungen im Verwaltungsdienst scheiden mangels erforderlicher Qualifikationen meist aus.

In zwei Talkrunden mit Vertretern des Innenausschusses des Landtages (Hans Heinz CDU, Reinhold Gall SPD und Hagen Kluck FDP), des Innenministeriums (Ltd. MinRat Eberhard Wurster), des Städtetages BW (stv. Hauptgeschäftsführer Bernd Aker) und dem Vorsitzenden der AGBF BW (Volker Velten) wurde diese Problematik erörtert.

Dabei wurde deutlich, das die Mehrheit der betroffenen Städte in Baden-Württemberg sich gegen eine Erhöhung der Altersgrenze für Feuerwehrbeamte im Einsatzdienst ausspricht. Hans Heinz MdL CDU hat in der Diskussionsrunde die Bereitschaft erkennen lassen, über Lösungsmöglichkeiten nachzudenken. Auch das Innenministerium möchte sich wohl dem Wunsch der Städte nicht verschließen, da die Pensionslasten nicht das Land, sondern die Kommunen betreffen, die im Gegensatz zum Land dafür eine Vorsorge betreiben.

Weitere Berichte siehe "Staatsanzeiger BW" vom 28.11.2008 und "Brandschutz" 1/2009